Selbsteinschätzung für Führungskräfte · Verordnung (EU) 2024/1689
EU AI Act & Enterprise Readiness Scanner
Vierzehn bis fünfzehn Fragen, etwa acht Minuten. Sie erhalten einen indikativen Readiness-Score mit seiner Abdeckung, Ihre dokumentierten Stärken, die noch offenen Fragen, bis zu drei Prioritäten und eine 90-Tage-Roadmap auf Basis Ihrer Antworten. Ein strukturierter Gesprächsanstoß für die Führung, kein Rechtsgutachten, kein Audit und keine Zertifizierung.
Was diese Einschätzung ist und was nicht
- Ein fokussierter Check typischer Unternehmens-KI und Governance, keine vollständige Einstufung einzelner KI-Systeme.
- Ihre Rolle (Anbieter, Betreiber, Einführer), das konkrete System und seine Zweckbestimmung entscheiden, welche Pflichten tatsächlich gelten.
- "Weiß nicht" ist eine legitime Antwort. Sie wird als zu klärende Frage erfasst, nie als Lücke oder Verstoß.
Hintergrund
Was EU-AI-Act-Readiness bedeutet
EU-AI-Act-Readiness beschreibt, wie gut eine Organisation ihren Einsatz von KI-Systemen kennt und über die Governance verfügt, um die für ihre Rolle und Systeme geltenden Pflichten der Verordnung (EU) 2024/1689 zu erfüllen.
Praktisch heißt das: wissen, welche KI im Einsatz ist und wofür, welche Rolle die Organisation innehat (etwa Anbieter oder Betreiber) und ob Maßnahmen zu KI-Kompetenz, menschlicher Aufsicht, Transparenz und Daten-Governance dokumentiert sind.
Für wen der Scanner gedacht ist
- Geschäftsführung und Vorstand, die ein erstes strukturiertes Bild der KI-Governance brauchen.
- Recht, Compliance und Datenschutz zur Vorbereitung einer internen Abstimmung.
- HR-, IT- und Fachbereichsverantwortliche, die KI-Tools einführen oder betreiben.
- Organisationen, die vorwiegend KI von Dritten nutzen und ihre Rolle und Pflichten klären wollen.
Bewertete Dimensionen
Elf bewertete Bereiche, drei Kontextfragen und eine bedingte Folgefrage. Jeder bewertete Bereich wird gleich gewichtet.
01 · Art. 6, Anhang III
Zweck & Einstufung
Wo KI eingesetzt wird und ob Hochrisiko-Bereiche betroffen sein können.
02 · Art. 5 Abs. 1 lit. f
Verbotene Praktiken
Emotionserkennung aus biometrischen Daten am Arbeitsplatz.
03 · Art. 4
KI-Kompetenz
Rollengerechte Maßnahmen für Personen, die KI nutzen oder betreiben.
04 · Art. 26
Menschliche Aufsicht & Protokolle
Prüfung von Ergebnissen, Eingriffsbefugnis, Protokollierung.
05 · Art. 50
Transparenz
Offenlegung von KI-Interaktionen und relevanten generierten Inhalten.
06 · DSGVO Art. 28, 35
Daten-Governance & Anbieter
Vertragsbedingungen, Auftragsverarbeitung, Folgenabschätzungen.
07 · Gute Praxis
KI-Inventar
Überblick über eingesetzte Tools, inklusive Schatten-KI.
08 · Art. 25, 26
Beschaffungsprüfung
Prüfung von KI-Funktionen vor der Einführung.
09 · DSGVO Art. 5, 32
Sensible Daten & Zugriff
Klassifizierung, Zugriffskontrollen und Protokollierung bei KI-Nutzung.
10 · Gute Praxis
Verantwortung & Richtlinie
Benannte verantwortliche Person mit Mandat und beschlossene Richtlinie.
11 · Gute Praxis
Umsetzungsbereitschaft
Budget, Personal und ein Plan zur Umsetzung.
Was der Score bedeutet
- Der Score von 0 bis 100 bildet die dokumentierte Readiness über die bewerteten Bereiche ab, ausschließlich auf Basis Ihrer eigenen Antworten.
- Die Abdeckung zeigt, wie viele bewertete Fragen mit bekanntem Status beantwortet wurden. "Weiß nicht" zählt im Score als null und erscheint als offene Frage, nicht als Lücke oder Verstoß.
- Hinweise auf mögliche Hochrisiko- oder verbotene Anwendungen werden unabhängig vom Gesamtscore angezeigt.
Was der Score nicht bedeutet
- Er ist kein Rechtsgutachten, kein Audit, keine Konformitätsbewertung und keine Zertifizierung.
- Er stuft keine einzelnen KI-Systeme ein; dafür ist eine Prüfung auf Systemebene nötig.
- Ein hoher Score bestätigt keine Konformität, ein niedriger Score belegt keinen Verstoß.
Die 90-Tage-Roadmap
Ihr Bericht übersetzt bis zu drei Prioritäten in einen gestuften Startplan. Eine typische Struktur:
Tag 1–30
Klären und erfassen
Offene Fragen beantworten, KI-Tools und Anwendungen erfassen, Verantwortung benennen, mögliche verbotene oder Hochrisiko-Anwendungen prüfen.
Tag 31–60
Maßnahmen etablieren
KI-Kompetenzmaßnahmen einführen, menschliche Prüfung und Protokollierung festlegen, Anbieterbedingungen und Datenregeln prüfen.
Tag 61–90
Dokumentieren und überprüfen
Nachweise sammeln, Hinweise vorbereiten, wo relevant, und einen regelmäßigen Überprüfungszyklus vereinbaren.
Häufige Fragen
Ist der Scanner eine rechtliche Bewertung?
Nein. Es ist eine indikative Selbsteinschätzung, die ein internes Gespräch strukturiert. Konkrete Systeme und Pflichten erfordern eine individuelle rechtliche Prüfung.
Wie lange dauert es?
Vierzehn bis fünfzehn Fragen, je nach Antworten. Die meisten brauchen etwa acht Minuten.
Gilt der AI Act nur für KI-Entwickler?
Nein. Die Verordnung legt Pflichten für verschiedene Rollen fest, darunter Anbieter und Betreiber. Welche Pflichten gelten, hängt von Ihrer Rolle sowie vom konkreten System und seinem Zweck ab.
Was ist KI-Kompetenz nach Artikel 4?
Artikel 4 verpflichtet Anbieter und Betreiber, Maßnahmen zu ergreifen, um ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz bei ihrem Personal sicherzustellen, unter Berücksichtigung des jeweiligen Kontexts. Die Europäische Kommission hat dazu Fragen und Antworten veröffentlicht.
Was passiert, wenn ich "Weiß nicht" antworte?
Die Antwort wird als offene Frage erfasst. Sie zählt im Score als null, senkt die Abdeckung und erscheint im Bericht als zu klärender Punkt, nicht als Lücke.
Erhalte ich den Bericht per E-Mail?
Nein. Der Bericht wird nach dem Speichern auf der Seite angezeigt und kann als PDF heruntergeladen werden.
Welche Fristen gelten?
Die Geltungsbeginne unterscheiden sich je nach Bestimmung und können geändert werden. Den aktuellen Stand entnehmen Sie bitte den offiziellen Quellen unten.
Offizielle Quellen
- Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), EUR-Lex
- Europäische Kommission, KI-Kompetenz: Fragen & Antworten (EN)
Diese Seite fasst zusammen; maßgeblich sind die offiziellen Texte.
